Die Gronsfeld-Chiffre, auch Bronckhorst-Chiffre genannt, wurde um 1744 von José de Bronckhorst, dem Grafen von Gronsfeld, entwickelt. Als belgischer Diplomat war es für ihn wichtig, bei seiner Korrespondenz eine gute Vertraulichkeit zu gewährleisten.
Die Verschlüsselung ist im Wesentlichen eine Caesar-Verschiebung bei der die Verschiebungsweite durch einen Zahlenschlüssel bestimmt wird. Man kann sie als Variante der Vigenère-Chiffre bei der der Schlüssel aus einer Zahlenfolge besteht.
Bei der Gronsfeld-Chiffre wird jeder Buchstabe des Klartexts entsprechend dem Schlüssel verschoben. Ist der zu verschlüsselnde Text beispielsweise „gronsfeld“ und der Schlüssel 1234, wird das G um eine Stelle zu H verschoben, anschließend das R um zwei Stellen zu T und so weiter. Zum Beispiel:
Plain Text: gronsfeld
Key: 123412341
Encrypted Text: htrrthhpe
Der Schlüssel wird hier wiederholt, bis er der Länge des Textes entspricht. Offensichtlich bietet diese Verschlüsselung heute keinen Schutz mehr. Sie ist jedoch robuster als eine einfache Caesar-Verschiebung, weil ein ausreichend langer Schlüssel Brute-Force-Angriffe erschwert. Der Schlüssel sollte lang genug sein: Ein einfacher vierstelliger Schlüssel bietet nur 9.999 Möglichkeiten und lässt sich zusammen mit einem Wörterbuch sehr leicht brechen.
Häufigkeitsanalyse, kann wie bei der Vigenère-Chiffre zum Brechen der Gronsfeld-Chiffre eingesetzt werden. In einem ausreichend langen Text lassen sich Wiederholungen erkennen, die entstehen können, wenn dieselben Klartextbuchstaben mit derselben Schlüsselposition verschlüsselt wurden, etwa das Wort „why“ mit dem Schlüssel „123“. Die Analyse hilft auch, die Schlüssellänge zu schätzen. Anschließend werden die entsprechenden Zeichenfolgen zusammengefasst und per Häufigkeitsanalyse untersucht. Dafür ist selbstverständlich ein ausreichend langer Chiffretext nötig.