Trithemius-Chiffre ver- oder entschlüsseln

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Was ist die Trithemius-Chiffre?

Die Trithemius-Chiffre ist eine polyalphabetische Chiffre. Das bedeutet, dass derselbe Buchstabe des Klartexts je nach Position durch unterschiedliche Buchstaben im Chiffretext ersetzt werden kann. Dadurch wird ein Angriff durch einfache Häufigkeitsanalyse.


Die Chiffre wurde in der Renaissance vom deutschen Abt Johannes Trithemius beschrieben. Um 1500 verfasste er das kryptografische Werk „Polygraphiae“. Darin stellte er unter anderem eine als Substitutionstabelle bezeichnete Tafel vor, deren Zeilen und Spalten die Buchstaben des Alphabets enthalten, ähnlich der Vigenère-Chiffre beispielsweise. Trithemius verwendete diese Tafel zur Verschlüsselung der Klartextbuchstaben.


Die Trithemius-Chiffre ist im Grunde sehr einfach, denn sie besteht aus einer Folge von Caesar-Chiffre die einzeln auf jeden Buchstaben mit jeweils anderer Verschiebung angewendet werden, ähnlich der Gronsfeld-Chiffre jedoch mit vorhersehbarerem Ablauf. Die Verschiebung wächst mit jedem Buchstaben: Beginnend bei 0 bleibt der erste unverändert, der zweite wird um eine Stelle verschoben, der dritte um zwei und so weiter. Ein Wort mit zehn Buchstaben nach Trithemius zu verschlüsseln entspricht daher einer Gronsfeld-Verschlüsselung mit dem Schlüssel „0123456789“.


Die Trithemius-Chiffre ist sehr leicht zu brechen, da lediglich der Verschlüsselungsvorgang umgekehrt werden muss: Beginnend bei 0 werden die Buchstaben schrittweise von Z nach A statt von A nach Z verschoben. Wie bei anderen polyalphabetischen Chiffren kann eine Häufigkeitsanalyse unter bestimmten Umständen, etwa bei wiederholten gleich verschobenen Buchstabengruppen, den Klartext erkennen lassen. Da das Verfahren jedoch vollständig vorhersehbar ist, ist eine solche Analyse meist nicht einmal nötig.